FREIWILLIGE FEUERWEHR RHENEGGE


Einen bedeutenden Wechsel in der Organisation der Brandbekämpfung gab es mit der Gründung der freiwilligen Feuerwehr Rhenegge am 26. Juli 1934 in der Gastwirtschaft Bangert. Nach intensiven Vorgesprächen und Informationen durch vorgesetzte Behörden lud Bürgermeister Klöser zu dieser Versammlung ein. Dem Gesetz vom 15.12.1933 folgend und unter der Devise Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" übernahmen damals engagierte Bürger auf freiwilliger Basis die bis dahin als Pflichtaufgabe der Gemeinde organisierte Brandbekämpfung. Der Einladung folgten spontan ungefähr 70 Personen. Nachdem der Bürgermeister noch einmal auf den Zweck der Veranstaltung hingewiesen hatte, schritt man zur Wahl des dem Zeitgeist entsprechenden sogenannten "Führerrates".
Es wurden gewählt:
1. Karl Habermann, Wehrführer
2. Karl Stede, dessen Stellvertreter
3. G. Neuschäfer-Rube, Schriftführer
4. Friedr. Wilke, Thielen, Kassierer
5. Karl Reuter, Schneidermstr. Zeugwart
6. Robert Wilke, Kampes, jr., Gerätewart

Die erste Mitgliederversammlung der F.F. Rhenegge fand am 23. August 1934 unter Beteiligung des Gemeindevorstandes, Vertreter aus den Nachbargemeinden und den Herren vom Kreisführerrat" der freiwilligen Feuerwehr mit Kreisfeuerwehrführer Brühmann an der Spitze. Dieser nutzte die Gelegenheit, auf die Ziele der freiwilligen Feuerwehr einzugehen. Dazu hören neben der intensiven Ausbildung in der Feuerverhütung und -bekämpfung auch die Heranbildung echter Kameradschaft". Die schmucke Uniform wird die Freude an der F.F. noch vergrößern und ihr Ansehen in der Bevölkerung steigern". Jetzt hat nicht mehr der Bürgermeister sondern der Wehrführer die alleinige Befehlsgewalt im Brandfalle.
Schon am 1. August 1937 richtete die junge F.F. Rhenegge einen Kreisfeuerwehrverbandstag aus. 800 - 900 uniformierte Feuerwehrleute aus allen Teilen Waldecks trafen sich zu Schauübungen im Dorf. Das weitere Programm und ein gemeinsames Mittagessen aus der Gulaschkanone wurde in der und um die Festhalle auf dem Aulsch abgewickelt. Ein gemütlicher Teil mit Musik und Tanz beendete die harmonisch verlaufene Veranstaltung.

Da es in diesem Rahmen nicht möglich ist, auf alle Einsätze der F.F. Rhenegge ausführlicher einzugehen, sollen diese, so weit bekannt, tabellarisch aufgeführt werden:
Löscheinsätze:
25.06.1955: Gehöft Schiemann, Heringhausen, Blitzschlag
30.07.1957: Heustapel bei Herbert Hankel
05.03.1960: Feldscheune Fritz Emden
08.03.1960: Wirtschaftsgebäude Karl Köchling
01.04.1963: Scheune Ludwig Arnold
06.02.1965: Wohn- und Wirtschaftsgebäude Chr. Stede
07.12.1968: Wohn- und Wirtschaftsgebäude Friedrich Pohlmann, Sudeck
01.07.1969: Schützenhalle durch Blitzschlag, geringe Schäden
Nov. 1969  : Stellmacherei Karl Gröteke, Adorf
31.12.1972: Wirtschaftsgebäude Lahme-Schwalenstöcker, Adorf
28.09.1973: Wirtschaftsgebäude Hesse-Brützel, Giebringhausen
1975          : Kleiner Flächenbrand auf dem Aulsch"
10,09.1981: Wirtschaftsgebäude Karl Figge, Benkhausen
24.12.1994: Wohnungsbrand Jürgen Schröder
26.03.1996: Scheune Karl Flamme
22.05.1998: Schreinerei Timmermann
2000          : 4 kleinere Brände und 2 mal Ölspuren beseitigen
01.12.2001: Scheune mit Stall K. Flamme beim Sportplatz (5 Rinder / 6 Kälber verbrannt)

Eine Serie von unaufgeklärten Brandstiftungen Anfang März 1960 waren für die Rhenegger Feuerwehr eine harte Herausforderung. In der WLZ vom 10. März 1960 wird berichtet, dass kurz nach einem Einsatz bei einem harmlosen Zimmerbrand die Sirenen schon wieder alarmierten. Emden-Pohlmann, Richts, Feldscheune vor dem Dorf stand in Flammen. Ursache war Brandstiftung. Wegen der schwierigen L öschwasserversorgung musste sich die Feuerwehr auf die Bergung der untergestellten Eandmaschinen, Geräte und Wagen und des in der Scheune gelagerten Heues beschränken. Nach Eintreffen der zur Hilfe gerufenen Adorfer und Korbacher Wehren gelang es, das Feuer zu bändigen. Vier Fünftel der Scheune waren den Flammen zum Opfer gefallen. Trotz verstärkter Überwachung durch Polizeibeamte wurden nach der folgenden Nacht von Sonntag auf Montag morgens bei Emden-Pohlmann im Holzschuppen und im Hühnerstall von Köchling, Musjohan, Spuren von Brandstiftungsversuchen festgestellt. Jetzt stellte die Rhenegger Feuerwehr die nächsten Nächte Wachen. Aber am Dienstagabend heulten die Sirenen wieder. Der Hof Köchling, Musjohann, stand in Flammen. Von der Scheune aus fraß sich die Glut schnell durch das ganze Gebäude. Es gelang den wertvollen Viehbestand zu retten. Während das Wirtschaftsgebäude ausbrannte, gelang es den neben der Rhenegger Wehr im Einsatz befindlichen Wehren aus Adorf, Sudeck und Korbach das durch eine Brandmauer geschützte Wohnhaus zu retten. Dieses war vorsorglich ausgeräumt worden. Nach diesen Erlebnissen stellten sich viele Rhenegger zu weiteren Nachtwachen zur Verfügung. Bis wieder der normale Alltag einkehrte, dauerte es noch eine Zeit.

Daten zur Ausstattung der F.F. Rhenegge:
1960: Tragkraftspritze T/S 8/8 mit Transportanhänger in Dienst gestellt
1963-1964: Abbruch des Spritzenhauses von 1904 und Neubau an gleicher Stelle
1967: Übergabe eines Ford- Tragkraftspritzenfahrzeuges durch die Gemeinde
1976: Umbau der Schulscheune zur Garage mit über 400 Stunden Eigenleistung
24.08.1976: Übergabe eines Löschgruppenfahrzeuges, Typ LF 8, durch die Gemeinde
19.09.1986: Umzug in das neue Feuerwehrgerätehaus am DGH


Ansprechpartner:

Wehrführer
Jochen Schlüter
Knappstr. 16, 34519 Diemelsee
Telefon 0 56 33 - 9 11 40

1. Vorsitzender
Joachim Röse
Bühlberg 6, 34519 Diemelsee
Telefon 0 56 33 - 17 12